Als Erstes ist der Ekel groß, wenn das Kind Läuse hat. Viele Eltern fragen sich, ob die Läuse im Kindergarten etwas mit mangelnder Hygiene zu tun haben. Ganz und gar nicht. Jeder kann dort Läuse bekommen. Dabei ist es ganz egal, wie sehr man sich pflegt. Was sind Kopfläuse und wie kann man sich anstecken? Welche Symptome treten auf? Wie kann man Läuse behandeln? Darf das Kind für einige Zeit keineswegs in den Kindergarten gehen? Und ist das Haustier ebenso mit zu behandeln? Diese und weitere Fragen werden nachfolgend geklärt.

Übertragung und Symptome

Kopfläuse, die man ebenfalls als Pediculus humanis capitis bezeichnet, sind etwa zwei bis drei Millimeter groß. Sie treten lediglich beim Menschen auf und werden aufgrund von unmittelbarem Kontakt des Haars übertragen. Das erfolgt unter anderem, wenn die Heranwachsenden im Kindergarten entsprechend eng miteinander spielen sowie deren Köpfe zusammenstecken. Die Übertragung findet schnell statt, da kein langer Kontakt notwendig ist. Kurze Zeit später kommt es dann zu den ersten Beschwerden: nämlich sichtbare Nissen (Eier der Kopfläuse) und zum Teil quälender Juckreiz im Haar. Aufgrund der Stiche der Läuse tritt der Juckreiz auf. Damit die Laus überleben kann, muss diese mithilfe ihres Saugapparats mehrfach aus der Kopfhaut Blut saugen. Besser erkennbar im Gegensatz zu der Laus sind im Normalfall die höchstens 300 Eier, welche von einem Läuseweibchen abgelegt werden. Oft findet man die Eier auf dem Haar ziemlich nah an der Kopfhaut. Diese haften mithilfe eines speziellen Klebers besonders fest, da sie sich keineswegs durch ein einfaches Waschen oder Kämmen beseitigen lassen. Im Kindergarten fangen sich Kinder Läuse gerne in den entsprechenden Bereichen ein, in welchen zahlreiche Haare wachsen, wie etwa hinter den Ohren, am Hinterkopf oder an der Schläfenregion.

Wie man die Läuse loswird

Es ist möglich, die Kopfläuse und deren Eier mithilfe von unbedenklichen, gut verträglichen sowie verschiedenen Stoffen abzutöten und zu beseitigen, welche man in der Apotheke erhält. Hierfür wird kein Rezept benötigt. Je nach Wirkstoff sollten die Mittel gegen Kopfläuse zwischen 15 und 60 Minuten einwirken. Im Anschluss wäscht man die Haare gründlich und kämmt sie mit einem besonderen Nissenkamm gründlich aus. Dieser Kamm hat sehr eng stehende Zinken, durch welche sichergestellt wird, dass die Nissen ebenso tatsächlich erwischt werden. Man sollte nach neun Tagen das Haar vom Kind sorgfältig auf neu hinzugekommene oder noch übrig gebliebene Nissen untersuchen und eventuell wieder ein Läuseshampoo benutzen. Außerdem ist es wichtig, dass man daheim Bettwäsche und weitere Kleidungsstücke, welche entsprechenden Kopfkontakt hatten, bei 60 Grad Celsius waschen oder für einige Tage in den Gefrierschrank legen.

Elternpflichten

Dass betroffene Kinder für gewisse Zeit keinerlei Gemeinschaftseinrichtungen besuchen dürfen, ist ein Irrglaube. Denn sobald man die Läuse adäquat behandelt hat, kann auch keiner mehr angesteckt werden, also direkt nach dem Auswaschen vom läuseabtötenden Shampoo. Jedoch sollte man, auch wenn es einem unangenehm ist, den betreffenden Kindergarten in Kenntnis setzen, wenn Läuse beim eigenen Kind aufgetreten sind. So ist jeder vorgewarnt und kann bei Bedarf sofort mit einer Behandlung anfangen. Auf diese Art wird ebenso das Risiko für das erneute Wiederanstecken minimiert.