Wenn es das Baby eilig hat

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08/31/2018

Eine Frühgeburt ist gegeben, wenn ein Kind vor der 38. Schwangerschaftswoche zur Welt kommt. In der Medizin unterteilt man die Frühgeborenen in extrem früh Geborene mit unter 28 Schwangerschaftswochen, besonders früh Geborene, die zwischen 28 und 31 Schwangerschaftswochen im Mutterleib waren, sowie mäßig früh Geborene mit 32 bis höchstens 37 Schwangerschaftswochen. In der Regel liegt das Geburtsgewicht der Frühgeborenen unter 2.500 Gramm. Einige der sehr früh oder extrem früh Geborenen wiegen nicht mehr als 1.000 oder 1.500 Gramm. Jedoch gibt es auch Kinder, welche mit einem Anfangsgewicht von lediglich einem halben Kilo überleben, und das allerdings kaum ohne bleibende Behinderungen. Ungefähr zwischen fünf und zehn Prozent aller Heranwachsenden sind Frühgeburten. Manchmal kann eine Frühgeburt ebenso sinnvoll sein, da ein Fortsetzen der Schwangerschaft die Mutter oder auch das Kind gefährden würde.

Risikoaspekte

Bei mindestens 40 Prozent der Frühgeburten sind die Auslöser unklar. Allerdings können bestimmte Risikofaktoren eine Frühgeburt fördern. Während der Vorsorgeuntersuchungen ist es möglich, diese frühzeitig zu erkennen und manche davon entsprechend zu behandeln. Zu den Aspekten, welche das Risiko einer Frühgeburt erhöhen, zählen beispielsweise sozial und wirtschaftlich schwierige Verhältnisse, Alkohol- und Nikotinkonsum in der Schwangerschaft, starke seelische Belastungen, Fehlbildungen der Plazenta, der Gebärmutter oder des Kindes, Erkrankungen wie eine Scheideninfektion, ein Diabetes mellitus oder eine Präeklampsie (Schwangerschaftsvergiftung). Hatte eine Schwangere schon eine oder einige Frühgeburten, ist das Risiko für eine erneute Frühgeburt auch hoch. Fast immer kommen Mehrlinge vor dem errechneten Geburtstermin auf die Welt.

Anzeichen

Unterschiedliche Beschwerden und Anzeichen können auf eine eventuelle Frühgeburt hinweisen. Vorzeitige Wehen gelten als deutlichstes Zeichen. Die Gebärmutter zieht sich zwar insbesondere in den vergangenen Wochen stets erneut leicht zusammen. Wenn jedoch derartige Kontraktionen über längere Zeit häufiger als dreimal stündlich vorkommen und mit einem Ziehen in dem unteren Rücken einhergehen, sind vorzeitige Wehen gegeben. Häufig fühlt es sich auch so an, dass das Gewicht vom Kind nach unten drückt. Während der vorzeitigen Wehen, insbesondere, wenn sie vor dem ausgerechneten Geburtstermin vorkommen, ist ein ärztliches Untersuchen umgehend notwendig, damit festgestellt wird, ob eine Frühgeburt abzusehen ist. Solche Beschwerden sind gelegentlich mit Blutungen verbunden. Im Extremfall ist es möglich, dass die Fruchtblase vorzeitig platzt und Fruchtwasser abgeht. Dann sollte man unverzüglich in eine Klinik fahren, um den Gesundheitszustand von Kind und Mutter intensiv überwachen zu lassen.

Verbesserte Chancen

Heutzutage haben die Frühgeborenen viel bessere Überlebensaussichten als noch vor mehreren Jahren. Das liegt an den Fortschritten bei der Versorgung der Säuglinge und in der Geburtsmedizin sowie an der verbesserten Vorsorge. Erkennt man das Risiko einer Frühgeburt rechtzeitig, gibt es mehrere Möglichkeiten, diese zu verhindern oder man schiebt die Geburt so lange wie möglich hinaus. Das ist wichtig, weil sich das Baby in der Schwangerschaft besonders rasch entwickelt: Jeder Tag zählt, an welchem das Ungeborene weiterhin im Mutterleib heranwächst. Umso reifer das Kind während der Geburt ist, desto besser ist generell die Chance, dass das Frühgeborene zu einem gesunden Säugling gedeiht. Die Behandlungsmöglichkeiten haben sich aufgrund der Entwicklungen in der Neugeborenen-Intensivmedizin ebenso von sehr früh geborenen Kindern stark verbessert. Ob ein frühgeborenes Kind eine geistige oder körperliche Beeinträchtigung davontragen wird, ist lediglich schwer vorherzusagen, da die Entwicklung bei jedem Kind von zahlreichen unterschiedlichen Aspekten abhängt.